…bei Emre’s Eltern angekommen, standen super viele Gäste im Wohnzimmer, Küche und Esszimmer, sah irgendwie witzig aus und es war so zu sagen etwas hektisch. Ich kenne das so allerdings schon, Sheila hat irgendwann gefragt und jetzt? Während dem ganzen hin- und her habe ich mitbekommen, dass wir ins Schlafzimmer gehen sollten, was ich Sheila auch auf ihre Frage geantwortet habe, ihr Blick danach war echt super witzig und sie hatte 1000 Fragezeichen im Gesicht – aber keine Angst Sheila, ich kenne das Gefühl, fand’s aber mega witzig.  
Neben den vielen Gästen, stand noch Essen auf dem Tisch und es war extreeem heiß und dann ging es los. Ein Hoca kam auch zu Besuch und hat ein Gebet für uns gesprochen, ich war aufgeregt und konnte sogar etwas verstehen. Das Schöne war, dass es wirklich plötzlich ganz leise geworden ist, obwohl wirklich jeder nur ca. einen halben Quadratmeter Platz hatte. Am Ende hat meine Mama spontan noch eine kleine Ansprache, danach war wirklich fast kein Auge mehr trocken. Das war wirklich super schön – danke Mama :-) .
…es ging dann auch schon gleich weiter, ich mußte mich ja auch noch umziehen. Emre hatte etwas mehr Zeit, weil er schon perfekt gestylt war, aber dafür gab es bei ihm andere Komplikationen. Er konnte seinen Ring nicht mehr ausziehen… also ich glaube, dass sich bei Emre’s Eltern in der Küche ein echtes Drama abgespielt hat – ich sag nur so viel, sein Finger wurde gekühlt, bis er wohl blau angelaufen ist, Ersin hat am Ring gezogen, Oya hat Seife um seine Finger geschmiert, der Finger wurde immer dicker und der Tumult in der Küche größer, kälter wurde es wahrscheinlich auch nicht und Emre’s Cousin hat ihm eine Hebeltechnik angeboten, mit der er seinen Finger hätte ausrenken könne – er ist Physiotherapeut :-) -…. und dann hat’s irgendwann noch kurz vor der Fingeramputation geklappt, der Ring und der Finger wurden gerettet :-) . Während dieser Zeit ging es bei uns Mädelz wirklich lockerer zu, ich habe mir noch Kaffee auf mein Seidenkleid geschüttet und mit Sheila ein Tomaten-Käsebrot gegessen und dann. Wurde ich auch schon umfrisiert und angezogen, irgendwie ging alles ganz schnell. So schnell ist der Traum da, man steht in seinem eigenen Brautkleid mitten in dem Zimmer, in dem man seine Kindheit verbracht hat und fühlt sich wirklich wie eine Prinzessin :-) , um mich herum haben mir alle geholfen beim Anziehen, dann. Wurde ich fotografiert und – ach, das war ja soo schöön.
Nicht viel später wurde ich von Emre’s Familie mit einem Autokorso abgeholt. Hatte ich erst am Abend davor erfahren, das ich mit Hupkonzert abgeholt und zur Kirche gebracht werde. Für einen Moment wurde die Goethestrasse lahm gelegt, es standen ganz schön viele Autos mitten auf der Straße bei meinen Eltern – sehr großes Kino :-) – Waso und Pedro kamen auch vorbei und dann ging’s los. Emre meinte, dass das voll praktisch war, weil so konnte er auch hören, als wir der Kirche näher gekommen sind. Vor der Kirche standen schon sehr viele Gäste, ich habe mit Susanne im Brautauto gewartet und dann durfte ich endlich aussteigen. Die Kirchenglocken haben geläutet und der Kaplan kam auf uns zu. Was ich wirklich witzig fand war, dass er auch nochmal den Ablauf mit mir durchgesprochen hat, ich glaube, er war auch etwas nervös hihi, sehr sympathisch . Auf meine Frage hon, wir lange es noch leuten würde, haben mir der Kaplan und mein Papa gleichzeitig geantwortet: noch eine Minute… Das wussten die beiden aber ganz schön genau und wie aus der Pistole geschossen :-) . Ich hatte in der Zwischenzeit mega Herzrasen, mußte paar mal sehr tief durchatmen, habe versucht gegen meine nahenden Tränen zu kämpfen .. und los ging’s, am Ende des Ganges wartete Emre auf mich. 
Mir wurde erzählt, dass ich mit Papa etwas Zichzack gelaufen bin, hsbe partiell irgendwie Leute wahrgenommen und habe des öfteren Fisch Fisch Fisch gesagt, weil ich eigentlich nicht weinen wollte, bei diesem Superflash habe ich dann doch vergessen langsam zu laufen, auch wenn das unsere Aufgabe war und mir kam es auch echt langsam vor. Mittendrin habe nach Emre geschaut, ich wollte unbedingt wissen, wie er guckt und wie ich ihm gefalle, er stand einfach da und wartete geduldig.
Als ich mit Papa angekommen bin, hat er noch zu Emre gemeint: so, da ist sie jetzt und pass auf sie auf, dann wurde ich übergeben, irgendwie spannend und wenn ich jetzt so drüber nachdenke, wein’ ich gleich wieder, das war soo süüß.
Auf meine ständigen Fragen, wie Emre sich mich vorstellt, hat er mal gesagt: wie ‘ne Torte, oben so eng und unten dann so wie ‘ne Torte halt. So sah ich auch wirklich aus, in seinen Vorstellungen hatte ich nur keine Schleier Im Haar. Ich bin mir vor Leiter Aufregung noch mehr soo sicher, aber ich glaube, als ich am Altar angekommen bin, hat er gemeint: siehst du, ich hatte Recht, wie eine Torte :-) , heute am Strand hat er mir gesagt, dass er mich noch nie so schön gesehen hat, seufz, das ist ja alles so romantisch. Zum Glück hatte ich Emre vorher schon gesehen, sonst wäre ich vermutlich geplatzt. Er sah fantastisch aus, mit Gehrock (schwarz mit grau), ganz tollen Knöpfen und asymmetrischen Manchetten, habe noch nie so einen Bräutigamanzug gesehen.
Der Gottesdienst war richtig schön, von der Geschichte mit dem Schüssel, über den Text zu unserer Hochzeitskerze, der Geschichte “wo Himmel und Erde sich berühren”, den meine Schwester vorgelesen hat – dicker Kuss dafür, ich hoffe, ich schaffe das bei euch auch…, dem Lied Somewhere over the rainbow & what a wonderful world, dass uns Paul die Ringe gebracht hat mit Applaus und die vorgetragenen Fürbitten – danke dafür, das habt ihr toll gemacht. Die ganze Kirche hat gelacht, als ich Emre den Ring anstecken wollte… ging nur bis ca zur Hälfte. Der Kaplan meinte nur – das einem ja bei dieser Hitze die Finger richtig anschwellen können… bis dahin wußte ich ja auch noch nichts von der Tortur, die Emre über sich ergehen lassen mußte, um den Ring zum ersten Mal auszuziehen. Seit diesem Moment lässt sich der Ring auch maximal noch drehen, aber ausziehen geht gar nicht mehr, der Ring steckt jetzt fest. 
Ein paar mal konnte ich mir meine Tränen dann doch nicht verkneifen, sie sind wasserfallartig runtergeplumst, zum Glück habe ich auch gar nicht gesehen, wie es den anderen Gästen so gegangen ist… Ein paar Tränchen sind bestimmt gerollt.
Nach dem Auszug wurden wir mit einem ganz tollen Spallier empfangen, auf der einen Seite Schlüssellöcher, auf der anderen die Schlüssel, beides war verbunden mit einem weißen Fadenvorhang. Mega tolle Idee, hat uns super gefallen, auch dafür ganz lieben Dank. Am Ende durften wir mit 2 Nagelscheren unser Schlüsselloch bzw. die symbolische Tür zu unserer Zukunft öffnen. Emre hat mich getragen, so wie sich das gehört ;-) und danach durften wir zwei Tauben fliegen lassen – danke an Mirko’s Eltern.
Die Gratulationsrunde war gigantisch, Emre’s Verwandtschaft aus Berlin meinte, dass bestimmt das ganze Dorf da war :-) , so ähnlich war es tatsächlich, es waren unglaublich viele Leute da, die sich mit uns gefreut und mit uns geschwitzt haben – Wahnsinn.
Mit dem Autokorso ging es dann nach Nieder-Roden zum Sands. Auf dem Weg dorthin haben uns Joe und Simone eine Botschaft auf Herzchen versteckt, auch voll süß hihi und dann… – Fortsetzung folgt bald unter der Rubrik Feier…. 

PS.: Diese Erzählungen beruhen auf gefühlte Ereignisse, der eine oder andere hat bestimmt noch mehr gesehen oder was anderes erlebt… alle Angaben sind ohne Gewähr :-)